Welthundetag – Zeit darüber zu sprechen

Heute ist Welthundetag: Ein guter Zeitpunkt über die aktuellen Diskussionen zu sprechen. Als erstes möchte ich in aller Form anmerken: ES IST SCHRECKLICH was dem kleinen Mädchen aus Wien zugestoßen ist und es gibt keine Entschuldigung oder Beschönigung. Dennoch ist der Weg mancher politischer Personen, jetzt in der Öffentlichkeit Angst und Wut zu verbreiten, nicht gerechtfertigt.

Hunde sind unumstritten unsere treusten Gefährten und mittlerweile meistens vollkommen in die Familie integriert. Die populistischen Ansätze jetzt alle Hunde zu verteufeln und als böse hinzustellen, halte ich für unfair und falsch. Denn was ist die Konsequenz? Giftköder, Hundehass, Tierquälereien? Ist es wirklich das, was wir wollen? Wir Hundehalter kämpfen ohnehin mit der ständigen Angst, dass unser Liebling irgendwo präparierte Köder aufnehmen könnte und Höllenqualen durchleben muss. An all die Unmenschen, die sowas platzieren mal ein Gedankenanstoß: Auch eure Kinder und Enkel treiben sich auf Wiesen, in Büschen usw. rum. Es reicht unter Umständen, dass die Stücke angegriffen werden und die Finger danach in den Mund gesteckt werden. Gar nicht zu sprechen von der Verletzungsgefahr durch Rasierklingen, die im Dreck und vergammelten Fleisch stecken. Für solche Taten gibt es ebenso wenig Entschuldigungen.

Hunde sind Tiere, ja klar. Aber ein Hund ist nicht von Natur aus böse. Ganz im Gegenteil. Hunde sind geschaffen für den Umgang mit Menschen. Es gibt nun Hunde die eine höhere Reizschwelle haben und die eine höhere Beißkraft besitzen. Ich denke für alle Hundebesitzer gilt: Wir haben eine Verantwortung mit dem Halten eines Hundes. Und das liegt zu 100 % bei uns. Wir müssen unsere Hunde vor Situationen schützen, in denen er sich so bedroht fühlt, dass er zubeißt. Denn der Biss kommt ja nicht aus heiterem Himmel aus Lust und Laune. Es gibt dafür immer Anzeichen und Vorwarnungen. Erziehung, Sozialisierung und Vermeidung Hunde in beengte Situationen zu bringen sollte ein Selbstverständnis sein. Jeder Hundehalter sollte Herr seines Tieres sein und wenn er das nicht schafft, dann muss er leider einen Beißkorb verwenden. Eine generelle Beißkorbpflicht hingegen ist absoluter Schwachsinn. Es gibt schätzungsweise eine dreiviertel Million Hunde in Österreich. Wirklich gefährlich sind hier sicher nur Einzelne. Ich denke alle Hundehalter und 4pfötigen Freunde in einen Topf zu werfen ist unfair. Manche Personen der Öffentlichkeit, deren Politik oft auf dem Ansatz der Angstpolitik basiert, machen sich die schrecklichen Ereignisse zu Nutze, um Unsicherheit zu schüren und von der herrschenden Inkompetenz in den eigenen Reihen abzulenken. Es macht mich traurig, dass Hunde hier als aggressive Gefahr dargestellt werden. Gerade heute am WELTHUNDETAG sollte gezeigt werden, dass Hunde unser Leben bereichern. Und ja, auch das von Kindern. Es ist erwiesen, dass Haushalte mit Hunden insgesamt gesünder sind, ausgeglichener und Stress abgebaut wird. Hunde sind ganz besonders einfühlsame Helfer, für Blinde, beeinträchtigte Personen und für kranke und alte Menschen. Auch an Schulen gibt es immer öfter Begleithunde, die den Kindern viel Kraft und Selbstbewusstsein schenken.

Ich kann nur für mich sprechen, aber meine Sookie ist Lichtjahre von aggressivem Verhalten entfernt, dennoch lasse ich sie nicht alleine mit Kindern und passe immer gut auf, wenn andere Menschen um uns herum sind. So kann ich die Umgebung und auch meinen geliebten Schatz schützen.

Ich hoffe und appelliere an die Vernunft und den Verstand der Bevölkerung, dass sie sich durch die gesteuerte Berichterstattung nicht beeinflussen lässt. Genauso wie ich hoffe, dass sie sehen, wie wertvoll unsere 4beinigen Begleiter für die Gesellschaft sind.